Lans Tonstudio – Blog Rec_29.01.2017

Die Zukunft der Rapmusik in Ratingen.

Ihr nennt es Freizeitrapper, wir nennen es die Zukunft des Rap.

Ihr nennt es Freizeitrapper, wir nennen es die Zukunft des Rap.

Es gibt Tage, die sind gut, und es gibt Tage, die sind sehr gut. Manche Tage sind aber auch ausgezeichnet, und diese ergeben sich, wenn coole Menschen zusammenkommen.

Angenommen, ihr wärt Produzent oder Mischer in einem ufnahmestudio, in dem regelmäßig talentierte Rapper ein und aus gehen, wie würdet ihr euch fühlen? Vermutlich erst mal ziemlich gut.
Angenommen ihr wärt in diesem Tonstudio verantwortlich dafür, diese Rapper aufzunehmen, zu puschen, ihre Tracks zu mischen und sie auf ihrem Werdegang zu unterstützen, wie würdet ihr euch fühlen? … Exakt, absolut großartig.
Und genauso fühlte ich mich letzten Dienstag, als ich plötzlich feststellte, dass die vielversprechenden Talente Ratingens mit mir im Lux chillten. Da wär zum einen Paul, mit dem ich seit ein paar Monaten zusammenarbeite, und der die entspanntesten Dinger aufnimmt, die ich mir vorstellen kann. Dann wäre da NivoH, den ich seit ca. drei Jahren musikalisch begleite, und der inzwischen am Mic und auf der Bühne eine innere Sicherheit gefunden hat, die ihn einfach souverän auftreten lässt und ihm ermöglicht, die Power, die er hat, vollständig zu entfalten. Und dann wäre da auch noch Maxime… schwieriger Fall. An sich einer der talentiertesten Rapper, der mir jemals untergekommen ist: technisch fast perfekt und inhaltlich cool und überlegen, aber in der Vergangenheit noch leicht „zurückhaltend“ mit seinen Ambitionen, sich seinen Platz auf der Bühne zu verdienen. Zuletzt hat er es aber endlich geschafft, es durchzuziehen und sich auf der letzten Jam de Lux auf die Bühne zu trauen und plötzlich tauchte er heute im Studio auf und es schien, das Eis war gebrochen.

Mustafa guckt zu Maxime hinauf, weil der schon mehr Tracks parat hat.

Mustafa guckt zu Maxime hinauf, weil der schon mehr Tracks parat hat.

 

Darüber kan nick aka NivoH nur lachen, denn er hat schon Bühnen abgerissen.

Darüber kan nick aka NivoH nur lachen, denn er hat schon Bühnen abgerissen.

Auf einmal hatte ich sie also da: die Zukunft des Ratinger Raps in meiner bescheidenen Hütte versammelt. Auch wenn sie nicht komplett waren, denn die eine oder der andere aus unserer Talentschmiede fehlt in dieser Liste, die ich oben aufgezählt habe. Aber Fakt ist, die Zukunft ist äußerst vielversprechend.

Auch Mustafa, ein guter Junge, der vor langer Zeit mal den Track „Ratinger Flavour“ bei mir aufgenommen hat, ließ sich mal wieder blicken und ich durfte in den Track reinhören, den er am Tag zuvor bei meinem Kollegen Mika zusammen mit Paul aufgenommen hat.

Ansonsten taten wir an diesem Dienstag allerhand Produktives und Unterhaltsames, wozu auch Rob a Fellas Ausführungen zu Bushidos Produzententätigkeit gehören dürften.

Rob erzahlt und erklart, was es mit dem Produzieren auf sich hat.

Rob erzahlt und erklart, was es mit dem Produzieren auf sich hat.

Philip aka P40 fand einen Beat von Bushido ziemlich gut und zusammen gingen die Beiden den Quellen dieses Meisterwerks auf die Spur. Diese Schnitzeljagd führte zu einem Sample eines Hollywoodfilms, das unbearbeitet übernommen wurde und das mich an das perverse Genie von Dr. Dre denken ließ, der ebenfalls einfach Funk Songs nahm und zwischendurch ein paar Drums einfügte, um daraus Hip­Hop­Hits zu basteln. Rob, der für einige coole Instrumentals verantwortlich ist und sich selbst einem gewissen künstlerischen Anspruch verpflichtet sieht, fand dafür die lustige Metapher des „Campers“, der in Ego Shootern absahnt, ohne sich ernsthaft anzustrengen. Unabhängig davon, ob dieser Vergleich passend ist oder ob Rob und Bushido Millionen verkaufter Platten unterscheiden, war die Freude über den Gag doch ziemlich groß, denn ich habe die Jungs im Studio selten so lachen hören.

Justin aka Access hat nicht nur seinen Bizeps, sondern auch seine Fahigkeiten am Mikro trainiert.

Justin aka Access hat nicht nur seinen Bizeps, sondern auch seine Fahigkeiten am Mikro trainiert.

Zwischendurch ließ sich auch noch Justin aka Access blicken, der in den Vorbereitungen für seine EP steckt. Was an sich eine Probeaufnahme werden sollte, wurde dann zu dem fertig aufgenommenen Intro. Access ist einer dieser Leute, die zeigen, was Rapper durch Arbeit aus sich machen können. Denn in der Vergangenheit fand ich seine Texte tiefsinnig, anspruchsvoll und gut, aber die Performance ließ einfach zu wünschen übrig. Da fehlte noch die Kraft und darüber haben wir uns auch ausgetauscht und ich merkte anschließend bereits Ende letzten Jahres, dass sich da etwas getan hatte. Und nun war da tatsächlich Überzeugung am Mic zu vernehmen, die zuvor nicht einmal im Ansatz zu erahnen war. Offenbar versetzt Wille doch Berge und wo der Wunsch vorhanden ist, etwas zu erreichen, da findet sich auch die Lust auf die Arbeit und die Anstrengung, diesen Weg zu durchschreiten.

Als großer Fan der multilingualen Verständigung fand ich es großartig, dass Vince und JBrown zusammen einen Track aufnahmen. Vince rappt auf deutsch und JBrown auf englisch, und dass sich das Ganze ziemlich gut anhört, davon durfte man sich bereits auf der letzten Jam de Lux überzeugen, denn da traten die beiden zusammen auf.

Vince ist am Mikro

Vince ist am Mikro

Am Abend kam noch mal Ravety vorbei, der im Moment einen coolen Entwicklungsprozess durchmacht, da er sich von einem übermäßig ambitionierten und definitiv talentierten zu einem tatsächlich guten Rapper mausert, der seine Tracks zu beherrschen lernt. Er ist einer dieser Künstler, deren Vision von ihren Werken ihre Fähigkeiten diese umzusetzen noch übersteigen, aber es zeigt sich immer mehr, dass er auf dem Weg dahin ist, die Matrix zu beherrschen. Auf den weiteren Verlauf der Aufnahmen bin ich sehr neugierig, denn es hört sich inzwischen gut an, was er produziert.

Ravety chillt nach den Aufnahmen und wirft uns einen leicht verpeilten Blick zu

Ravety chillt nach den Aufnahmen und wirft uns einen leicht verpeilten Blick zu

An sich hätte ich nach diesem Termin Feierabend gehabt, aber da Philip gerade dabei ist, sich ein Heimstudio einzurichten und es läuft, wie es bei jedem ersten Tonstudio läuft, nämlich dass nichts läuft weil irgendetwas nicht funktioniert, machten wir uns auf den Weg zu ihm nach Hause, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Als ob man es hätte ahnen können, lag die Ursache für die Fehlfunktion natürlich in dieser einen klitzekleinen Kleinigkeit, die nirgendwo erklärt zu sein.

Ganz wichtiger Hinweis:

Ganz wichtiger Hinweis:

[Liebe Kinder und Jugendliche und junge und ältere Erwachsene! Auf eurem Windows­System findet ihr in der rechten unteren Ecke ein Lautsprechersymbol, auf das ihr rechtsklicken könnt, damit sich ein Popup­Fenster öffnet, in dem ihr die Optionen für Wiedergabe und Aufnahmegeräte öffnet könnt. Falls ihr euer neues Audio­Interface angeschlossen habt und es zum Laufen bringen möchtet, dann geht auf Aufnahmegeräte → wählt das Gerät aus, dann klickt ihr wieder auf die rechte Maustaste und definiert es als „Standardgerät“ Auf die Art und Weise wurden übrigens schon mehr Audiointerfaces zum Laufen gekriegt als Jesus Gelähmte zum Laufen brachte.]

Falls ihr auch mal Probleme mit eurem Equipment habt oder euch dieses fehlt und ihr in einer coolen Umgebung euren Track aufnehmen wollt, dann schickt uns eine Email an info@lux-ratingen.de Auch wenn wir inzwischen ganz gut gebucht sind und viel zu tun haben: wir sind euer Jugendzentrum in eurer Stadt und ihr habt den gleichen Anspruch darauf euer Talent am Mikro auszuleben, wie alle anderen Jugendlichen in Ratingen. Also meldet euch!

Ansonsten wünsche ich euch alles Beste und bis nächsten Dienstag.

Euer Lan

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